Stimmschäden

Stimmschäden bei Sängern und Sprechberufen.

StimmschädenLeiden Sie an Stimmproblemen oder sogar Stimmschäden? In den meisten Fällen sind diese mit Hilfe von guter Stimmbildung zu beheben. Dafür gibt es sehr gute Logopäden. Wenn Sie jedoch singen, können Ihnen meist sehr gut ausgebildete Sänger besser weiter helfen, denn sie sind Meister der extremen Umsetzung und wissen worauf es ankommt.

Schauen wir uns gemeinsam an, welche Stimmschäden es gibt, wie es zu solchen Stimmbeschwerden kommt und wie sie diese beheben können.

Äußere Einflüsse für Stimmschäden

Selbstverständlich ist Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und eine ungesunde Lebensweise schädlich für Ihre Stimme. Menschen reagieren unterschiedlich auf solche äußeren Einflüsse. Der berühmte Liedsänger Dietrich Fischer-Dieskau zum Beispiel war Kettenraucher bis ins hohe Alter und seiner Stimme hat es überhaupt nicht geschadet. Andere Sänger vernehmen vom weiten ein Staubkörnchen und verlieren ihre Stimme. Im Hochsommer mit roten Sängerschälen eingehüllt handelt es sich oft um Hypochonder, die eine ganze Apotheke mit sich herumschleppen.

Versuchen Sie einfach gesund zu leben, vermeiden Sie kreischen und nächtelanges Telefonieren und glauben Sie nicht an Märchen wie „Milch schadet der Stimme“ und „Bonbons, die Heiserkeit heilen“. Schließlich muss Ihre Speise nicht durch die Kehle in den Magen gelangen. 😉

Irreparable Stimmschäden

Wenn Sie es mit schlechter Technik einfach übertrieben haben, kann es sein, dass Ihnen nur noch eine Operation helfen kann. Es gibt auch Verformungen und Fehlbildungen, die aber extrem selten sind. Meine Freundin zum Beispiel besitzt laut Aussagen Ihres Arztes vier Stimmlippen. Dies geht jedoch für meinen Blog zu weit, denn ich bin ja keine Medizinerin.

Die meisten Stimmschäden, Stimmbeschwerden sind heilbar!

Schon oft habe ich Menschen mit Stimmbändern geheilt, sie von Heiserkeit befreit und ihnen geholfen wieder ihre schöne Stimme zu finden. Dies ist durch Stimmbildung möglich.

Wie kommt es denn zu Stimmbeschwerden, die sich zu Schäden entwickeln?

Psychische Ursachen:

StimmschädenBei einem schrecklichen Erlebnis kann es sein, dass der Atem stockt und es einem sprichwörtlich die Kehle zuschnürt. Ich habe selber erlebt, dass sogar Sängerkollegen nach einer traumatisierenden Nachricht für einige Zeit ihre Singstimme verloren haben. Dies sind jedoch extreme Fälle. Meistens sind Stress und Verklemmtheit die psychischen Ursachen für Stimmbeschwerden.

Emotionen beeinflussen Ihren Atem. Nur wenn Ihr Atem optimal geführt ist sind Ihre Stimmlippen unbelastet und können frei schwingen. Durch den Atemstrom schließen die Stimmbänder von alleine (Bernouilli Effekt) und Sie brauchen nicht mit Ihrer Kehle zu quetschen und zu pressen.

Stress verursacht ebenso einen verspannten Kiefer, einen steifen Nacken und ähnliche unerwünschte Nebenwirkungen. Diese Muskulatur ist mit der Kehle verwoben und der Stimmklang wird beeinträchtigt. In der Regel haben ins besondere verklemmte Frauen einen verspannten Kiefer, der mit einer unbeweglicher Beckenbodenmuskulatur einhergeht. Aber keine Sorge: Es gibt fast niemanden, der von vorne rein einen so lockeren Kiefer hat, dass es zum Singen reicht. Besonders für den klassischen Gesang müssen auch entspannt wirkende Menschen erstmal an einen flexiblen Kiefer arbeiten!

Stimmbeschwerden und sogar Stimmschäden durch eine falsche Gesangstechnik oder Sprechtechnik

StimmschädenBesonders hartnäckig zu unterrichten sind Chorsänger, die schwere Stücke singen ohne gute Stimmbildung gemacht zu haben. Sie versuchen mit eigenen Methoden die höchsten Höhen zu erreichen, laut zu singen und gewöhnen sich so eine schädliche Technik an. Erst kommt Heiserkeit nach dem Singen, dann Schmerzen und später treten Stimmschäden ein. Durch das ständige Wiederholen wird es sehr schwierig sein sich solche Quetschgewohnheiten wieder ab zu trainieren. Aber es ist möglich.

Folgende schlechte Gewohnheiten können Ihre Stimme kaputt machen:

  • Kiefer nach vorne verkrampfen um den hohen Ton zu erwischen.
  • Für hohe Töne mit dem ganzen Körper nach oben gehen und den Ton aus dem Hals herauspressen.
  • Den Gaumensegel zu verkrampft zu heben: Sie wollen es gut machen, denken an die berühmte „heiße Kartoffel“ und übertreiben. Der Klang wird hohl oder verhaucht, die Zunge blockiert den Kehldeckel und die Stimmbänder werden negativ beeinflusst.
  • Unnatürliche Vokale zu produzieren. Die Zunge hat einen Einfluss auf die Kehle. Lassen Sie sich von Ihrem Gesangslehrer den Spruch „si parla come si canta“ (man singt, wie man spricht) mit Klangbeispiel erklären. Vokale werden zwar angeglichen um optimale Obertöne zu erreichen, jedoch nicht in hohle Klänge manipuliert.
  • Schlaffheit sowie Verspannung in den Lippen. Sie sollten bewusst geformt werden.
  • Eine ungesunde Haltung. Schauen Sie sich meine Bilder zur Anatomie an. Die Rückenhaltung und die Stellung Ihres Nackens hat einen großen Einfluss auf dem Klang. Auch im Sitzen (Chorprobe) können Sie eine optimale Singhaltung einnehmen.
  • Nicht ganz bei der Sache zu sein: Die Töne, die sie singen stehen nicht einfach nur so da, sondern Sie haben ihren Grund. Wenn Sie bei einem Halleluja nicht innerlich jubeln, wird ihr Körper nicht verstehen, warum jetzt dieser hohe Ton kommt. Ihnen wird nichts anderes übrig bleiben als den Ton zu pressen.

Wichtiger Ratschlag von mir:

Allgemein gilt: Im Gesangsunterricht geht es immer darum die goldene Mitte zu finden. Am Beispiel Mundstellung lässt es sich am besten verdeutlichen. Eine zu kleine Mundöffnung wird keinen vollen Klang bringen. Zu weit auf kann zu Hauch und Dumpfheit führen. So muss ich einigen Schülern sagen: „Viel weiter auf!“, den anderen „wieder mehr zu!“.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen folgendes ans Herze legen. Können Sie sich noch an Ihre Führerscheinprüfung erinnern? Die Theorie war wichtig und wissenswert aber Autofahren haben Sie vor allem bei den praktischen Stunden gelernt. Sie haben sich nicht gedacht: „Hm, ich habe noch kein Führerschein, aber ich kann ja erst mal ein bisschen Autobahn fahren und nehme mir dann später vielleicht ein paar Fahrstunden.“ Ok, es wäre ein lebensgefährliches Unterfangen, aber den Umgang mit der Stimme sollten Sie nicht unterschätzen: Es sind nur zwei kleine Bändchen. Sie können nicht viel ab und müssen geschont werden. Wer schon einmal Stimmprobleme hatte, weiß wie groß der Leidensdruck ist. Deshalb suchen Sie sich den besten Gesangsunterricht, den sie kriegen können!